Religion

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Religion

Beitrag  Kirika am Sa 15 Nov 2008, 12:48 am



Shintoismus



(japanisch: Shin to), ist die ursprüngliche Nationalreligion in Japan. In der shintoistischen Vorstellung sind alle natürlichen
Dinge wie Gewässer, Berge, Pflanzen, Tiere und sogar Steine von den götterähnlichen Kami beseelt.
Die Sonnengöttin Amaterasu regiert den Himmel, der Mondgott Tsuks-yomi beherrscht die Nacht und der Sturmgott
Susa-no-o herrscht über die Meere. In Schreinen werden die Kami und die Ahnen verehrt. Der Shinto-Schrein besteht aus
einer Gebetshalle "Haiden" und einer kleineren Haupthalle "Honden", dem Sitz des hier verehrten
Kami. Der Weg zum Schrein führt durch ein oder mehrere offene Tore "Torii", vorbei an einem überdachten
Becken, an dem sich der Besucher Mund und Hände reinigen soll.



Die berühmtesten Schreine sind die von Izumo und Ise. Der Shintoismus wurde mit dem Aufkommen des Ultra-Nationalismus, Anfang des 20 Jahrhunderts, bis 1945 Staatsreligion. Die Verehrung der Kami war gleichbedeutend mit der Verehrung des "göttlichen" Kaisers und seiner Familie. Mit der Niederlage Japans im 2. Weltkrieg, verlor auch der Staats-Shinto seine Bedeutung. Der Tenno musste auf seinen göttlichen Status verzichten. Heute umfasst der Shinto-Glaube die beiden
Richtungen des Schrein-Shinto und des Sekten-Shinto. Die Kultstätten des Schrein-Shinto unter Führung des Ise-Schreins verfügen über ca. 80 000 Schreine mit etwa 20 000 Priestern und Priesterinnen. Der Sekten- Shinto mit seinen über 145 verschiedenen Richtungen zählt ca. 10 000 Schreine. Heute geht man von über 100 Millionen Anhänger (ca. 90% der Bevölkerung) aus. Da aber kein Register geführt wird, ist die Zahl der Gläubigen nicht genau zu bestimmen. Viele Japaner bekennen sich sowohl zum Shintoismus als auch zum Buddhismus. Die Anzahl der Kami geht in die Millionen und ist praktisch unbegrenzt erweiterbar. Ständig entstehen neue Kami und Andere geraten in Vergessenheit. So sind es nicht nur die Seelen der Verstorbenen die zu Kami werden können, auch die Natur bringt neue Gottheiten hervor.

Geister und Dämonen

Die Japaner waren davon überzeugt, daß die Berge, Wälder und Gewässer von Geistern und Dämonen bewohnt sind, von
denen einige den Menschen wohlgesonnen und freundlich begegnen, andere aber überaus bösartig und hinterhältig sind.
Der Shintoismus kommt diesem Geisterglauben sehr entgegen, da er jedem Lebewesen und mitunter sogar unbelebten
Objekten wie Steinen oder Gebrauchsgegenständen eine Seele zuschreibt.Die Obake, sind die Geister, Kobolde und Monster
der japanischen Mythologie. Der Begriff umfasst die Yokai, die Monster und Kobolde und die Yurei die Geister von
Verstorbenen. Obake leitet sich vom japanischen bakeru (sich verwandeln) ab. Es handelt sich also um Wesen, die sich in irgendeiner Form verwandelt haben, von der realen zur einer übernatürlichen Existenz. Dies können Tiere sein, die ihre Form verändern, mythologische Wesen und sogar Gegenstände, wie Teekessel, Regenschirme oder Strohsandalen, die lebendig werden.



Kappa
sind im Wasser lebende froschartige Wesen, die manchmal Menschen und Tiere ertränken. Er verbringt sein ganzes Leben in demselben Gewässer und fühlt sich verantwortlich gegenüber den schwächeren Mitbewohnern seines Reiches, wie Fischen
und Pflanzen. Kappa werden zumeist als launische oder dem Menschen feindlich gesinnte Geschöpfe beschrieben und in
einigen Erzählungen sogar unvorsichtigen Schwimmern Blut und Eingeweide durch den Anus aussaugen.
Es sind allerdings auch Geschichten von gutmütigen oder großzügigen Kappa überliefert, die tugendhafte Menschen mit magischen Geschenken belohnen.
Die Darstellung des Kappa ist oft recht unterschiedlich, jedoch hat er in vielen Geschichten auf dem Kopf eine Art
Vertiefung, in der sich Teich-Wasser oder eine geheimnisvolle Flüssigkeit befindet, die ihm magische Kräfte verleiht.
Bringt man ihn mit einer List dazu, sich zu verbeugen, verliert er das Wasser und damit auch seine Zauberkraft.



Tengu
sind langnasige Bergkobolde, die in den Kampfkünsten bewandert sind, Flügel und statt der langen Nase, einen
Vogelschnabel haben (Karasu-Tengu). Sie spielen in der volkstümlichen Variante der japanischen Shinto-Religion noch heute eine wichtige Rolle, es werden ihnen beispielsweise Nahrungsgaben dargeboten, um sie zu besänftigen oder ihr Wohlwollen
zu erregen. Der Samurai Minamoto no Yoshitsune soll von ihnen die Schwertkunst erlernt haben.



Kitsune
sind Füchse, die in vielen Geschichten eine menschliche Gestalt annehmen.
In diesen Sagen tritt eine Kitsune als besonders schöne junge Frau auf und heiratet einen Mann, aus wahrer Liebe.
Doch sobald dieser bemerkt, dass seine Frau eine Füchsin ist, verschwindet diese für immer und lässt ihn mit den
gemeinsamen Kindern allein.



Oni
Eines der bekanntesten Wesen der japanischen Mythologie ist der Oni, eine Art Ungeheuer, das in den Bergen wohnt.
 Er hat eine rote, blaue, braune oder schwarze Haut, zwei Hörner, ein breites Maul mit Fangzähnen und einen Lendenschurz aus Tigerfell. Oft sind sie mit einer Eisenkeule oder einem riesigen Schwert bewaffnet. In den frühen Geschichten waren Oni gutmütige Wesen, die böse Geister abwehrten oder Verbrecher bestraften.



Buddhismus

Grundlagen des buddhistischen Glaubens:
Alle irdische Existenz bedeutet Leiden und nur die Einsicht in die Wahrheit des Buddha, die Erleuchtung, führt zur Befreiung
vom Leid. Dieses buddhistische Grunddogma wird in Form der "Vier Edlen Wahrheiten" und des "Achtgliedrigen Pfades" beschrieben. Das Stadium des Nicht-Erleuchtet-sein, also auch das normale Alltagsbewusstsein, wird als "Unwissenheit" bezeichnet.

Eng mit dem Dogma vom irdischen Leiden verbunden ist die Erkenntnis der Vergänglichkeit aller irdischen Existenz.
Da alles Irdische früher oder später endet, wird das Festhalten an irdischen Dingen als Illusion angesehen.
Diese Überzeugung führte innerhalb des Mahayana Buddhismus zur Idee von zwei Ebenen der Realität, einer sichtbaren,
aber illusorischen, und einer absoluten, die sich hinter der sichtbaren Welt verbirgt.

Unerleuchtete, bzw. unwissende Menschen, die sich den Illusionen des irdischen Daseins hingeben, sind im Kreislauf der Wiedergeburten "Samsara" gefangen. Die Existenz ist also mit dem körperlichen Tod nicht zu Ende. Diese Vorstellung allein
hat im Buddhismus jedoch nichts Tröstliches, sondern läuft nur auf eine Fortsetzung von Leid hinaus.
Daher strebt der gläubige Buddhist nach einem Austritt aus dem Kreislauf der Wiedergeburten.
Dieser Austritt beendet das Leid endgültig. Er ist zugleich der Eintritt ins Nirvana, das dem Samsara als absolutes Jenseits gegenüber steht. Dies erklärt, warum Nirvana im Buddhismus als "Auslöschung" und zugleich als oberstes spirituelles Ziel verstanden wird.

Innerhalb des Samsara, der Wiedergeburten, regiert das Gesetz des Karma. Es regelt die Konsequenzen, die aus den Handlungen aller Wesen, Menschen ebenso wie Tieren, Geistern und Göttern resultieren. Einfach gesagt:
Gute Taten führen zu Belohnung, schlechte Taten zu Bestrafung. Dafür gibt es diverse Auflistungen mit Geboten:

 ♦  nicht töten;
 ♦  nicht stehlen;
 ♦  keine unstatthaften sexuellen Beziehungen;
 ♦  nicht lügen;
 ♦  keine berauschenden Getränke.


Besonders im Mahayana Buddhismus gilt darüber hinaus das Mitleid mit allen Lebewesen als ethische Grundlage.
Für Mönche gibt es in den unterschiedlichen Glaubensrichtungen noch weitere Gebote und Verbote.
Konsequenzen aus moralischem oder unmoralischem Verhalten können sich innerhalb eines Lebens, aber auch erst im
nächsten Leben auswirken. Unser Karma resultiert aus der Summe aller unserer guten und schlechten Taten innerhalb einer langen Folge von Existenzen. Buddhistische Rituale können individuelles Karma beeinflussen, ersetzen also bis zu einem gewissen Grade moralisches Verhalten.

Das Universum gehorcht keinem Gott im westlichen Sinne, sondern dem Dharma (jap. ho, "Gesetz").
Der Dharma nimmt im Buddhismus jene Stelle ein, die im Christentum Gott einnimmt. Der Dharma ist jedoch nicht strafend
oder belohnend wie eine Gott. Er ist lediglich das Gesetz, dem die Welt und jede Existenz folgt. Der Buddhismus lässt sich
also als atheistische Religion bezeichnen. Erleuchtung wird auch mit der vollkommenen Erkenntnis des Dharma gleichgesetzt.

Also auch mit der Beantwortung aller Fragen:
Was ist der Sinn unserer Existenz? Wohin gehen wir? Warum müssen wir leiden? u.s.w....
Buddhas haben selbst Erleuchtung erfahren und sind bemüht, andere zur Erleuchtung zu führen.
Die drei wichtigsten Elemente des Buddhismus werden als die "Drei Schätze" bezeichnet.
Es sind der Buddha, der Dharma und der Sangha, die buddhistische Mönchs- Gemeinschaft.
Die kanonischen Schriften des Buddhismus sind in drei Grunddisziplinen unterteilt, die als die "Drei Körbe" bezeichnet werden.

 1. die Lehrreden des Buddha, (Sutren);
 2. die monastischen Ordensregeln (Vinaya);
 3. Kommentarwerke (Abhidharma).


Der Theorie nach ist alles, was in den "Drei Körben" festgelegt ist, für alle buddhistischen Richtungen gültig.
In der Praxis unterscheidet sich der Inhalt je nach Epoche, Region und Schule.

Höllen
Seit der späten Heian-Zeit entwickelten sich Vorstellungen von Höllen, in denen die Sünder auf unterschiedlichste Art und Weise bestraft wurden. Die zu erwartenden Qualen sollen den Verbrechen ihres Erdenlebens entsprechen.
Nach buddhistischen Vorstellungen gibt es 8 Haupthöllen und 16 Nebenhöllen, wo grauenhafte Dämonen ihre Arbeit
verrichten. So zum Beispiel: die "Hölle des eisernen Mörsers", wo bösartige Diebe und Räuber in einem riesigen Mörser
zermalmt werden. Wer Tiere gequält hat, wurde von einem gigantischen feurigen Hahn in Stücke gerissen: In anderen Höllen wurden die Sünder mit glühenden Zangen traktiert, von schrecklichen Monstern zerfetzt oder in großen Kesseln langsam gargekocht. Durch Gebete der Lebenden konnte man aus dieser Verdammnis erlöst werden.




Konfuzianismus

Der Philosoph und Gelehrte Konfuzius (Kong Fu Zi) lebte von 551 bis 479 vor Chr. in China. Konfuzianismus ist eine der drei traditionellen, chinesischen Religionen neben Taoismus und Buddhismus. Alte, japanische Schriften geben an, dass der
Konfuzianismus bereits im Jahr 285 nach Chr. über Korea nach Japan kam. Fest steht, dass der Konfuzianismus im 5. Jahrhundert mit dem Buddhismus nach Japan kam und im Laufe der Zeit eine Verschmelzung dieser beiden Lehren stattfand.
Die wesentlichen konfuzianistischen Prinzipien sind Menschlichkeit, Loyalität, Moral und Rücksichtnahme.
Neo-Konfuzianismus (vor allem der Chu Hsi Konfuzianismus) war die wichtigste Philosophie in Bildung und Politik im Japan der Tokugawa-Zeit. Der Einfluss auf die japanische Gesellschaft war über viele Jahrhunderte bedeutend und ist bis heute allgegenwärtig.

Das Christentum

Mit den ersten Europäern reisten auch christliche Missionare nach Japan. 1549 kam der Jesuit Francisco de Xavier um das Christentum zu verkünden. Schon nach einigen Jahren gab es in Japan 1,5 Millionen Anhänger des neuen Glaubens.
Darunter auch sehr viele Samurai und Provinzfürsten die mit dem Shogunat der Tokugawa verfeindet waren.
Einige Daimyo unterstützten das Christentum, weil sie damit eine Schwächung der mächtigen buddhistischen Sekten
erreichen wollten. Da ihr Einfluss ständig zunahm, ließ der Shogun Tokugawa Ieyasu 1612 die Franziskaner ausweisen und 2 Jahre später das Christentum verbieten.

Außerdem befürchtete die Regierung eine Invasion durch die katholischen Nationen. Es folgte eine gnadenlose Jagd auf
ausländische und japanische Christen, die zu hunderten grausam gefoltert, gekreuzigt, enthauptet oder verbrannt wurden.
Alle christlichen Japaner mussten sich vom Christentum lossagen, taten sie das nicht, wurden sie hingerichtet.
Im Jahre 1637 kam es unter der Führung von Amakusa Shiro in Shimabara zu einem letzten Aufstand der christlichen Japaner.
Das aus Bauern und Samurai bestehende Heer der Aufständischen, konnte zuerst einige Erfolge gegen die Truppen des
Shogun erziehlen. Im April 1638 standen sie jedoch einer erdrückenden Übermacht von 120 000 Regierungs-Soldaten gegenüber. Die Christen, unter ihnen viele Frauen und Kinder, mussten sich zuletzt in der Festung Hara verschanzen, wo
ihnen aber Nahrung und Schießpulver ausging.

Nach monatelangen verlustreichen Kämpfen, wurde der Aufstand blutig niedergeschlagen und alle Überlebenden enthauptet.
Auf Seiten der aufständischen Christen sollen über 37 000 Menschen getötet worden sein.
Die Truppen des Shogunats haben über 10 000 Mann verloren. Zur Abschreckung wurde der Kopf von Amakusa Shiro auf eine
Lanze gespießt und öffentlich ausgestellt.

Kyoto - Zen-Kultur



Die Zen-Kultur gehört auch zur Religion darum hier noch eine Dokumentaion für euch


Zuletzt von Kirika am Fr 08 Jan 2016, 5:18 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Religion

Beitrag  testelse am Do 17 März 2011, 7:20 pm

Was ich auch noch sehr interessant finde ist die Mengenverteilung der Religionen in Japan.
An sich finde ich das meist uninteressant, wie oft es welche Religion gibt, aber hier gibt es eine Besonderheit, die mir durch ein damaliges Referat aufgefallen ist.
Und zwar ist es so, dass Japan etwas mehr als 120 mio. Einwohner zählt. Auf der nachfolgenden Grafik seht ihr die Religionsverteilung in Japan. Fällt euch dabei etwas auf?



Genau, es gibt in Japan mehr Anhänger einer Religion als Einwohner.
Dies kommt daher, weil viele Japaner den Shintoismus und den Buddhismus gleichzeitig praktizieren.

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Re: Religion

Beitrag  Kirika am Mi 13 März 2013, 5:39 pm

Das kann ich bestätigen. Erst vor einer weile hab ich ein Video dazu gesehen. : )
Ich persönlich würde eher den Shintoismus wählen.

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